top of page

CHOICE: Selbstbestimmung im Bereich Verhütung und sexueller Gesundheit

Aktualisiert: 29. Dez. 2025

In Sierra Leone ist die Situation rund um Verhütung, Teenagerschwangerschaften und reproduktive Gesundheit herausfordernd: Die Rate der Teenagerschwangerschaften ist nach jüngsten Daten weiterhin hoch, rund 21 % der Mädchen im Alter von 15–19 Jahren haben bereits ein Kind oder sind schwanger und viele weitere beginnen vor ihrem 20 Lebensjahr mit der Familienplanung (Quelle: UNFPA Sierra Leone Annual Report 2024: https://sierraleone.unfpa.org/en/topics/family-planning).

Gleichzeitig nutzen nur relativ wenige Frauen und Mädchen moderne Verhütungsmethoden, und ein signifikanter Teil der Nachfrage nach Familienplanung wird nicht gedeckt. Diese Faktoren tragen zu häufigeren Schulabbrüchen, gesundheitlichen Risiken und eingeschränkten Zukunftschancen junger Frauen bei.


Vor diesem Hintergrund setzt das Projekt „Choice“ an (ein Projekt von Commit and Act Sierra Leone) : Es stärkt die Selbstbestimmung junger Menschen im Bereich Verhütung und sexueller sowie reproduktiver Gesundheit. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit den German Doctors und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt.



Mädchen und Jungen an einer Schule in Sierra Leone, die am „Choice“-Projekt teilnehmen.
Mädchen und Jungen an einer Schule in Sierra Leone, die am „Choice“-Projekt teilnehmen.

Schulungsprogramme mit großer Wirkung

Im Rahmen des Projekts wurden zwei umfassende Schulungsprogramme durchgeführt:

Aufklärung von Jugendlichen Jugendliche wurden über ihre Rechte und Verantwortlichkeiten informiert. Die Schulungen behandelten zentrale Themen wie Geschlechterrollen, weibliche Genitalverstümmelung (FGM), sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt, Teenagerschwangerschaften, Familienplanung, Menstruation sowie Menschenrechte.

Schulungen für Eltern, Lehrer*innen und religiöse Führungskräfte Ziel war es, wichtige Vertrauenspersonen innerhalb der Gemeinschaft mit dem nötigen Wissen auszustatten, um Jugendliche bei informierten Entscheidungen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit (SRH) kompetent begleiten und unterstützen zu können.



Sowei-Frauen – die Praktizierenden der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM), die sich entschieden haben, diese Praxis aufzugeben, und am Projekt teilnehmen, das sie zudem dabei unterstützt, neue Einkommensmöglichkeiten zu finden.
Sowei-Frauen – die Praktizierenden der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM), die sich entschieden haben, diese Praxis aufzugeben, und am Projekt teilnehmen, das sie zudem dabei unterstützt, neue Einkommensmöglichkeiten zu finden.

Nachhaltige Veränderungen

Über eine Laufzeit von zwei Jahren und acht Monaten konnten bedeutende positive Veränderungen erreicht werden:

  • Rückgang von Teenagerschwangerschaften und Schulabbrüchen, bestätigt durch Schuldirektor*innen

  • Verbesserte schulische Leistungen: Die Benevolent Islamic Secondary School meldet über 60 % der Schüler*innen mit Universitätszulassung

  • Gestärktes Selbstbewusstsein der Jugendlichen: Peer Advocates leiten Versammlungen und moderieren Gespräche in der Gemeinde

  • Offenerer Dialog zwischen Eltern und Kindern zu sensiblen Themen

  • Wachsende gesellschaftliche Akzeptanz von Wissen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, unterstützt durch lokale Autoritäten


Stimme aus der Gemeinschaft

„In meiner Gemeinde werden viele Mädchen unter 18 schwanger und verlassen die Schule. Das ist gefährlich und beeinträchtigt ihre Zukunft. Durch das Choice‑Projekt sprechen wir in einem sicheren Rahmen über Familienplanung und andere wichtige Themen. Es hat unser Leben verändert.“— Isatu S. Tarawally, Peer Advocate, Benevolent Islamic Secondary School

Fazit

Das Choice‑Projekt ist eine transformative Initiative, die ihre Ziele nicht nur erreicht, sondern übertroffen hat. Durch die aktive Einbindung von Jugendlichen, Gemeindeführer*innen und weiteren Schlüsselakteur*innen wurde die Aufklärung und Versorgung im Bereich sexueller und reproduktiver Gesundheit nachhaltig gestärkt und damit die Zukunft junger Menschen in Sierra Leone positiv beeinflusst.

Wir bedanken uns gemeinsam mit Commit and Act Sierra Leone herzlich beim BMZ und den German Doctors für die Finanzierung und Unterstützung dieses lebensverändernden Projekts.


 
 
 

Kommentare


bottom of page